Netzwerke
Intel bringt Desktop-Rechner auf die Überholspur

IT-ManagementIT-ProjekteNetzwerk-ManagementNetzwerke

Der neueste 10-Gigabit-Ethernet-LAN-Adapter für Mainstream-Server von Intel könnte das fehlende Verbindungsstück sein, das Gigabit Ethernet bei Desktop-Rechnern zum Durchbruch verhilft.

Netzwerke

Im April hat Intel einen neuen LAN-Adapter für den Einsatz bei Industrie-Standard-Servern angekündigt. Das mag nach nichts Besonderem klingen, aber diese spezielle Karte unterstützt zufällig 10-Gigabit-Ethernet (10GbE) und das macht sie zu einem wichtigen Fortschritt.

Die Unterstützung für 10 GbE ist ständig gewachsen, seit 2001 zum ersten Mal darüber gesprochen und die zehnfache Bandbreite von Gigabit Ethernet in Aussicht gestellt wurde. Eine Reihe von IEEE-10GbE-Standards, die ursprünglich auf 10-Gigabit-Fibre-Channel-Technologie beruhten, wurden seither ratifiziert – mit neuen Coding-Schemata und Unterstützung von Single-Mode-Fiberoptikverkabelung über Entfernungen von 40 Kilometern und mehr. Kupferimplementierungen wurden ebenfalls entwickelt und eine Twisted-Pair-Version, die über Distanzen von bis zu 100 Metern funktioniert, hat das Reißbrettstadium auch schon lange hinter sich.

Wie meist bei neuen Technologien haben zuerst die großen Netzwerkinfrastrukturspezialisten wie Cisco, Foundry und Extreme Networks sich für 10GbE interessiert. Sie haben Switches und andere Hardware entwickelt, die es Telekom-Unternehmen, Service-Providern und Großunternehmen erlauben soll, Ultra-High-Speed-WAN-Links mit 10Gbit/s und LAN-Backbones aufzubauen. Bis Intel den Pro/10GbE SR Server Adapter vorstellte, hatte allerdings niemand viel unternommen, um 10GbE über den Backbone auszuweiten. Stattdessen hatte man sich für Server-Downlinks auf Gigabit Ethernet verlassen.

Das Muster ähnelt natürlich mehr oder weniger demjenigen, das beim letzten großen Sprung bei Netzwerk-Bandbreiten zu erkennen war. Zuerst kamen Gigabit-Ethernet-Switches, mit denen High-Speed-Backbones aufgebaut wurden. Server erhielten zum Einstieg aber lediglich 100Mbit/s. Dann kamen Gigabit-LAN-Adapter; und auf einmal konnten Daten vielen schneller in das Netzwerk und aus ihm heraus bewegt werden. Nur so konnten die Vorteile dieser schnelleren Backbone-Switches vollständig realisiert werden.

Der 10GbE-Adapter von Intel wirkt, als könne er dasselbe noch einmal erreichen, da er sowohl kompakt als auch relativ preisgünstig ist. Und das ist wichtig, da 10GbE nur dann in Datenzentren Erfolg haben wird, wenn die Adapter für weniger als jeweils 5.000 Dollar erhältlich sind, wie Analysten meinen. Außerdem müssen die Adapter mit der Multimode-Fibre-Verkabelung zusammenarbeiten, die in den meisten Datenzentren benutzt wird, um bestehende Gigabit-Ethernet-Netzwerke zu unterstützen.

In einigen Monaten wird die Firma auch eine Single-Mode-Variante auf den Markt bringen – den PRO/10GbE LR Server Adapter -, der es erlaubt, Server in einer Entfernung von bis zu 10 Kilometern vom Switch zu positionieren. Ein weiteres Plus sind die klein gestalteten XPAK-Optiken, die die Kompatibilität mit Standard-PCI-X-Slots erlauben. Dadurch erhalten Datenzentren-Manager die Möglichkeit, sich noch mehr ihrer Lieblingsbeschäftigung zu widmen – der Server-Konsolidierung.

Es könnte auch andere Auswirkungen geben. Die Einführung von Gigabit-Server-Adaptern hatte zur Folge, dass 10/100-Mbit/s den Desktop erreichte. Intel und andere haben schon seit Jahren für dieselben 1Gbit/s versprochen, aber trotz fallender Preise ist die Marktakzeptanz langsam gewesen. Der 10GbE-Server-Adapter könnte das fehlende Verbindungsstück sein, indem er Kapazitäten hinzufügt, die für den Desktop Gigabit eher zur Norm als zur Ausnahme machen.