IT Strategie
Provider: Mit Extra-Diensten erfolgreich

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Unternehmen, Tele-Arbeiter und Konsumenten wollen einen flexiblen Zugang zum Internet und Hilfe bei der Bekämpfung von Spam und Viren. Das könnte eine große Chance für ISPs sein, meint Martin Butler.

IT Strategie

Ich bin mir sicher, dass niemandem entgangen ist, dass viele der größten Internet-Service-Provider (ISPs) hart um Kunden und Umsatz kämpfen. Fast jeden Tag wird man mit Werbung bombardiert, welche Vorteile es hat, den Breitband-Zugang von Anbieter X oder Y zu wählen.

Der größte Unterschied ist im Moment der Preis, wobei man genau auf die Geschäftsbedingungen achten muss, die kurz unten auf dem Fernsehschirm aufblinken oder sich im Kleingedruckten der Zeitungsanzeige verstecken. Hier geht es dann um Beschränkungen für Zugangsgeschwindigkeit – die dann oft nicht mehr den Erwartungen an Breitband entspricht – und einzelne Sessions.

In reiferen Märkten suchen ISPs nach anderen Möglichkeiten, Kunden zu gewinnen; der Preis ist nicht mehr das wichtigste Verkaufsargument. Hier geht es stärker um zusätzliche Dienste wie Spam-Filter, Kindersicherung, Anti-Virus-Tools, Pop-up-Blocker etc.

Klar ist, dass viele Kunden nicht wissen, wie sie ihre Systeme ausrüsten sollen. Sie wenden sich an ihren Service-Provider, um von ihm die Kontrollmöglichkeiten zu erhalten, die sie benötigen.

ISPs können diese Funktionen gratis oder zu reduzierten Kosten anbieten, um Kunden von der Konkurrenz abzuwerben, oder sie können einfach eine Zusatzgebühr erheben, um den Umsatz zu steigern. Diese zusätzliche Umsatzquelle wird für ISPs immer wichtiger, da der Markt allmählich gesättigt ist.

Kunden können einen ISP bitten, einen bestimmten Dienst an- oder abzuschalten, und falls der ISP die richtige Infrastruktur hat, kann dies sofort implementiert werden. ISPs, die solche Dienste anbieten, haben während des MSBlaster-Ausbruchs vor kurzer Zeit festgestellt, dass ihre Antivirus-Systeme verstärkt angenommen wurden. Diese ISPs haben Konsumenten und Firmen gewonnen, die Schutz wollten. Sie haben sich die Hände gerieben und etwas über schwere Zeiten erzählt – denn sie haben bewiesen, dass mit man mit zusätzlichen Dienstleistungen auch auf einem verstopften Markt mehr Geschäft machen kann.

ISPs können sich auch durch andere Service-Elemente von der Konkurrenz abheben – zum Beispiel durch die Reaktionsgeschwindigkeit, mit der User sofort an einen Dienst angeschlossen und von ihm getrennt werden. Außerdem gibt es ein wachsendes Bedürfnis nach einem größeren Management-Angebot durch die ISPs, um die Administrationsaufgaben zu reduzieren, die die User sonst selbst übernehmen müssen. Wenn Kunden wünschen, dass ihr ISP Managment-Aufgaben wahrnimmt, sind sie wahrscheinlich nicht scharf darauf, von ihrem ISP CDs mit Extra-Software als Add-On zur Installations-CD zu erhalten.

Zero-Knowledge Systems ist ein Unternehmen, das Infrastruktur für ISP-Dienste anbietet und auf einem großen Teil des kanadischen und nordamerikanischen Marktes aktiv ist. Jetzt wendet es seine Aufmerksamkeit Europa zu. Zero-Knowledge Systems stattet ISPs mit der Infrastrukturebene aus, mit der zusätzliche Dienste unterstützt werden, und bietet Partnerschaften für die Dienste an. Das macht die Firma zu einem entscheidenden Faktor auf dem ISP-Markt.

Es zählt zu den Weisheiten des Lebens, dass die Probleme mit dem Internet nicht verschwinden werden. Spam ist weit verbreitet, Pop-ups werden immer aufdringlicher, unpassender Content wird immer subtiler angeliefert; die Liste ist fast endlos. Es ist sinnlos, die User, die nur selten technische Expertise haben, aufzufordern, sich mit diesen Problemen zu befassen. Es könnte aber ein großes und profitables Geschäft sein, Dienste anzubieten, mit denen diese Schwierigkeiten für Konsumenten und Firmen geregelt werden.