IT Management
Internet-Nutzungspolitik muss klar definiert werden

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Private Internetnutzung im Betrieb: Fehlverhalten oder erlaubter
Zeitvertreib? Wer vorher festlegt, was erlaubt ist, vermeidet rechtliche
Probleme. Das alleine genügt aber noch nicht.

IT Management

Die Royal Bank of Scotland verlor im letzten Monat einen unfairen
Entlassungsprozess, weil man es versäumt hatte, einem Angestellten
Details der Firmenregeln für den Gebrauch des Internets zu vermitteln.
Der Fall zeigt, dass die Existenz solcher Regeln allein die Unternehmen
nicht aus der Verantwortung nimmt, sondern es weiterer Anstrengungen
bedarf, um sicherzustellen, dass die Beschäftigen sie auch verstehen,
meint ein Experte.

Die Angestellte, der wegen Versenden
pornografischen Materials per E-Mail entlassen wurde, brachte ihren Fall
vor das Arbeitsgericht, wo sie zugab, die IT-Sicherheitsrichtlinien der
Bank gekannt zu haben. Allerdings hatte sie nicht gewusst, dass es ein
integriertes System gab, das unautorisiertes Material identifizierte,
und dass die Verwendung solchen Materials Sanktionen nach sich ziehen
würde. Deshalb gewann sie den Fall. Die Bank verlor dagegen auch den
Prozess in der Berufungsinstanz. „Der Fall zeigt, wie leicht der
Arbeitgeber in rechtliche Schwierigkeiten kommt, wenn es um die
Nichtbefolgung von Regeln bezüglich E-Mail und Internetnutzung geht“,
kommentierte Robyn McIlroy, eine Arbeitsrechts-Spezialistin der
international renommierten Anwaltskanzlei Masons.

Unternehmen
seien absolut gehalten, ihre Beschäftigten darüber aufzuklären, was
unter einem Fehlverhalten zu verstehen ist, bevor sie irgendwelche
disziplinarischen Maßnahmen ergreifen. „Das kann, je nach Umständen,
auch bedeuten, dass dem Angestellten die Möglichkeit eingeräumt werden
muss, sich zu dem zu äußern, was für den Arbeitgeber ein Fehlverhalten
ist, das Konsequenzen nach sich zieht.“

Eine neuere Studie von
Websense, Spezialist für Überwachungs-Software, zeigte, dass Unternehmen
die private Internetnutzung bei der Arbeit unbedingt ernster nehmen
müssen. Fast ein Viertel aller männlichen und 12 Prozent aller
weiblichen Beschäftigten gaben an, während der Arbeitszeit einmal eine
pornografische Website besucht zu haben. Während jedoch die Hälfte der
Männer nach eigenen Aussagen dies durchaus mit Absicht taten,
behaupteten die Frauen, sie seien durch Zufall auf solchen Sites
gelandet.

Die Lektion, die die Royal Bank of Scotland gelernt
hat, sollte auch Unterricht genug für andere Unternehmen sein.