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Open-Source-Entwicklung kann schmerzhaft sein

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In-House-Software-Entwickler könnten feststellen, dass die Mitarbeit in einem Open-Source-Projekt nicht nur ein schmerzhafter Prozess ist. Der Dienst an der Community ist auch zeitaufwändig und juristisch für Unternehmen nicht einfach.

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In-House-Software-Entwicklerkönnten feststellen, dass die Mitarbeit in einem Open-Source-Projekt nicht nur ein schmerzhafter Prozess ist. Der Dienst an der Community auch zeitaufwändig und juristisch für Unternehmen nicht einfach.

Als ich vor einigen Wochen bei einer großen Finanzeinrichtung arbeitete, wurde ich von einem Programmierer gefragt, ob er eine Software, die er entwickelt hatte, der Programmierer-Community unter einer der Open-Source-Lizenzen zugänglich machen könne. Meine spontane Reaktion war positiv wir profitieren von Open-Source-Software, also sollte wir auch bereit sein, etwas zurückzugeben.

Wie es oft der Fall ist, habe ich danach über die möglichen Probleme nachgedacht. Wenn ein Angestellter in seiner Arbeitszeit irgendeinen Code schreibt, liegen die Nutzungsrechte automatisch beim Arbeitgeber.

Das führte zu meiner ersten Frage. Würde die Firma die Lizenz erteilen oder sollte das Individuum das tun (nachdem die Firma die Rechte dem Programmierer überlassen hat)? Wird die Lizenz vom Unternehmen erteilt, profitiert es von Wohlwollen und Publicity, die dadurch entstehen. Je größer jedoch das Unternehmen ist, desto mehr Bürokratie und Komplikationen sind damit jedoch in der Regel verbunden. Es wäre für die Firma wesentlich einfacher, dem Programmierer die Entscheidung zu überlassen und ihn die Beinarbeit erledigen zu lassen.

Wäre das Unternehmen bei Fehlern im Code als Lizenzgeber juristisch verantwortlich wegen Fahrlässigkeit (ungeachtet beispielsweise der Haftungsbeschränkung in der General Public Licence)? Bei einem Gerichtsprozess ist eine große Finanzinstitution schließlich ein viel netteres Ziel als ein einzelner Programmierer.

Als nächstes ist zu fragen, ob die Anwälte Zeit haben, die Risiken zu evaluieren. Falls ja: Aus welchem Budget wird ihre Zeit bezahlt? Welche Open-Source-Lizenz wäre unter den jeweiligen Umständen die angemessenste? Auch hier ist ziemlich ausgereifter juristischer Sachverstand erforderlich, da es unterschiedliche Arten von Lizenzen gibt. Werden die Rechte dem Programmierer übertragen, wie kann das Unternehmen dann sicher sein, dass es die Software zum eigenen Nutzen weiterverwenden kann?

Ist die Software proprietär oder unternehmensvertraulich? Wer entscheidet darüber? Ist das eine technische oder eine wirtschaftliche Entscheidung? Jeder hat eine Meinung, aber nicht jeder hat die passende Autorität, um die erforderlichen Lizenzen zu erteilen oder dem Programmierer die Rechte zu übertragen.

Hat ein Kreditgeber die Rechte des Unternehmens an seinem geistigen Eigentum als Sicherheit für eine Anleihe erhalten und wäre die Veröffentlichung des Codes ein Bruch der Vereinbarung, keine Vermögenswerte zu übertragen?

Dies sind nur einige der Probleme und Komplikationen, auf die ich gestoßen bin. In meinem Fall versandeten die besten Absichten, die am Anfang standen, schnell durch Unverständnis, Zeitmangel, Kostenerwägungen und die vermeintliche relative Unwichtigkeit der Anfrage.

Ich musste jemanden finden, der diese Probleme verstand und eine Entscheidung treffen konnte. Unglücklicherweise muss diese Entscheidung irgendwo zwischen Personalabteilung, Genehmigungsstelle, den Anwälten und den IT-Managern getroffen werden. Und das sind alles sehr beschäftigte Leute.

Einer Antwort bin ich noch nicht näher gekommen, aber ich bin beharrlich.