Suchmaschinen-Spamming nimmt stark zu

E-CommerceMarketingNetzwerke

Bertelsmann-Stiftung: Die Betreiber sollen einen Verhaltenskodex
umsetzen und den Nutzern ihre Finanzierung erklären. Die Anzahl der
Manipulationen nimmt zu.

Die Trefferrelevanz in Suchmaschinen wird stärker durch Spamming
bedroht. So beobachten laut einer Studie der Bertelsmannstiftung 83
Prozent der befragten Betreiber, dass Manipulationen zugenommen haben.
In einem gezielten Spamming-Test konnte bei allen führenden
Suchmaschinen durch externe Manipulation eine Aufnahme der manipulierten
Websites in das Suchmaschinen-Ranking erzielt werden. “Die Suchmaschinen
müssen noch mit weit effektiveren Maßnahmen gegen diese Manipulation von
außen vorgehen, um die Relevanz der Treffer und des Rankings zu erhöhen.
Das gilt im besonderen Maße, wenn sich Angebote mit jugendgefährdenden
Inhalten hohe Rankings durch Spamming erschleichen”, bewertet Marcel
Machill, Journalistik-Professor an der Universität Leipzig und Berater
der Bertelsmann Stiftung, die Ergebnisse der Studie.

Fehlende
Transparenz bei den Suchmaschinen wird besonders an dem mangelnden
Wissen der Nutzer über die Funktionsweisen von Suchmaschinen deutlich.
In einer repräsentativen Befragung der deutschen Internetnutzer hatten
mehr als 50 Prozent der Nutzer falsche Vorstellungen von der
Finanzierung der Suchmaschinen und gehen meist fälschlicherweise davon
aus, dass Suchmaschinen als neutrale Informationssortierer arbeiten.

Die Bertelsmann Stiftung entwickelte einen “Code of Conduct” für
Suchmaschinenbetreiber. Dieses Selbstregulierungsinstrument sieht unter
anderem vor, dass Nutzern besser erklärt wird, wie Suchmaschinen
arbeiten und sich finanzieren, Kinder und Jugendliche vor
jugendgefährdenden Inhalten geschützt werden und dass illegale Inhalte
aus den Trefferlisten entfernt werden. 73 Prozent der repräsentativ
befragten Suchmaschinennutzer befürworten eine solche Selbstkontrolle.
Abacho, Apollo7, Crossbot und Sharelook wollte die Charta übernehmen.

Künftig will die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen die Thematik
weiterführen. “Wissen ist Macht und Macht braucht immer Kontrolle. Die
Suchmaschinen sind als ‘Gatekeeper’ vor den Wissensspeichern des
Internets besonders mächtig”, erläutert Norbert Schneider, Direktor der
Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. (mk)
(
de.internet.com
– testticker.de)

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Bertelsmann-Stiftung

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