Tweaker-Tools beschleunigen Windows
Mehr Dampf für XP

BetriebssystemKomponentenWorkspace

Windows XP ist überladen und kostet viel Rechenleistung. Doch es gibt
ein paar einfache, schnelle Tricks, um XP zu „tweaken“, also so
anzupassen, dass es so viel wie möglich aus der vorhandenen Hardware
herausholt.

Windows XP beschleunigen

Tweaker-Tools beschleunigen Windows

Windows XP hat im Vergleich zu Windows 2000 als erstes System eine stark
veränderte Oberfläche. Fakt ist, das speziell zusätzliche Effekte wie
einladende Menüs oder Schatten kräftig Rechenleistung kosten. Während XP
daher auf Pentium-4- und Athlon-Systemen flüssig läuft, ist es für
Benutzer, die ihre alten Rechner damit ausstatten, wohl eher langsam.
Doch es gibt ein paar einfache, schnelle Tricks, um XP zu „tweaken“,
also so anzupassen, dass es so viel wie möglich aus der vorhandenen
Hardware herausholt.

Visuellen Schnickschnack loswerden
Der
augenfälligste Unterschied zwischen XP und seinen Vorgängern ist das
äußere Erscheinungsbild. Dank geschmeidig animierter Fenster, hübscher
Wurfschatten und sich ausblendender Menüs ist die Präsentation von XP
von höchster Eleganz. So ein Luxus sieht zwar ziemlich gut aus, ist
jedoch ebenso oft dafür verantwortlich, dass die Systemleistung deutlich
in den Keller geht.


Visuellen Effekte

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Die einfachste Tuning-Möglichkeit besteht also darin, diese visuellen
Effekte zu deaktivieren. Dazu mit der rechten Maustaste das Icon
Arbeitsplatz anklicken und Eigenschaften aus dem Kontextmenü wählen.
Anschließend unter dem Reiter Erweitert auf den Button Einstellungen
unter Systemleistung klicken. Dort stehen verschiedene Optionen zur
Verfügung. Wenn das System im Moment auf Für optimale Darstellung
anpassen steht, sollte man es zunächst mit Optimale Einstellung
automatisch auswählen versuchen. Dann werden die Effekte so weit
vermindert, wie es das Betriebssystem als optimalen Kompromiss zwischen
Leistung und Aussehen ansieht. Sollte diese Option bereits ausgewählt
sein, der PC aber immer noch müde vor sich hin stolpern, so gibt es noch
Für optimale Leistung anpassen das macht allen visuellen Kinkerlitzchen
erst einmal ein Ende. Man kann die visuellen Effekte auch einzeln an-
und abschalten und beobachten, wie sich das auf die
Systemgeschwindigkeit auswirkt. Im Beispiel sind die Schatten erhalten,
doch die Menüeffekte und andere Animationen deaktiviert.


Inhalte nach Alphabet sortieren

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Ein kleiner Tweak, der nur ein paar Sekunden kostet, führt ab sofort
viel schneller zu den Programmen: Es ist am besten, das Menü Alle
Programme (im Start-Menü) alphabetisch zu sortieren. Zum Sortieren
Start/Alle Programme wählen und warten, bis das Menü erscheint. Nun
einen beliebigen Ordner markieren, mit der rechten Maustaste klicken und
Nach Namen sortieren wählen.
Ein weiterer Tweak für Windows Explorer
öffnet Thumbnail-Ordner schneller. Dazu die Ordneroptionen unter
Start/Systemsteuerung öffnen und unter Ansicht dann Miniaturansichten
nicht zwischenspeichern anhaken.


Festplatten-Tuning mit DMA

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Ein kleiner Eingriff mit unter Umständen gewaltigen Folgen ist bei der
Konfiguration der IDE-Kanäle möglich, die zur Kommunikation mit
Festplatten und optischen Laufwerken dienen. Manchmal verwendet XP als
Zugriffsmodus das veraltete PIO- statt das wesentlich schnellere
DMA-Verfahren. Mit der rechten Maustaste auf Arbeitsplatz klicken, dann
Eigenschaften, Hardware und Geräte-Manager wählen. Anschließend auf das
winzige Plus vor IDE ATA/ ATAPI-Controller und dann doppelt auf Primärer
IDE-Kanal klicken. Dort den Reiter Erweiterte~Einstellungen auswählen.
Es sind zwei Drop-down-Listen namens Übertragungsmodus zu sehen. Nun
beide Drop-down-Listen auf DMA setzen, wenn verfügbar, und das Ganze
noch für den Sekundären IDE-Kanal wiederholen.


XP schneller starten

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Oft dauert der Bootvorgang viel zu lange. Wie schnell war Windows da,
bevor alle Programme installiert waren! Schuld an der Verzögerung sind
all die Programme, die glauben, sie müssten unbedingt bei jedem Neustart
von Windows mitgeladen werden. Um zu sehen, was sich alles im Autostart
herumtreibt, und um auszumisten, auf Start/Ausführen klicken und
msconfig eingeben. Dann auf Systemstart klicken. Nun alle Elemente
deaktivieren, die nicht gebraucht werden. Die Namen unbekannter Elemente
am besten bei Google eingeben so erfährt man, ob es sich etwa um Spyware
oder Dialer handelt. Abschließend neu starten, damit sichtbar wird, wie
sich die Maßnahmen auf die Boot-Dauer auswirken.


Index abschalten bringt Performance

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Wie bereits frühere Windows-Versionen bietet XP eine Volltextsuche quer
durch alle Textdateien auf dem Computer. Allerdings wirkt sich diese
massive Gedächtnisleistung ziemlich negativ auf die Performance aus. Wer
also die Volltextsuche nicht benötigt, der schaltet Sie auf diesem Wege
ab: Start/Systemsteuerung/Verwaltung. Doppelt auf Dienste klicken und
bis Indexdienst blättern. Mit der rechten Maustaste auf diesen Eintrag
klicken und Eigenschaften aus dem Kontextmenüwählen. Dann Deaktiviert
aus der Drop-down-Liste Starttyp wählen.


Eingriffe in der Registry

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Ein paar der interessantesten Tweaks erfordern einen Eingriff in die
Registry. Vor derartigen Manipulationen empfiehlt sich stets ein Backup
des Gesamtsystems, am besten mit einem Image-Programm wie Acronis True
Image oder Powerquest Drive Image. Dabei ist zu beachten, dass durch
Eingriffe in die Registry das System komplett zerschossen werden kann.
PC DIREKT hat zwar die folgenden Registry-Hacks auf mehreren Systemen
getestet, kann aber keine Garantie übernehmen, dass sie bei allen PCs
funktionieren und nicht zum Absturz führen.

Prefetcher
Den Registrierungseditor über Start/Ausführen und die Eingabe von
regedit starten. Windows XP hat einen so genannten Prefetcher
integriert, der Programme beim Booten überwacht und dafür sorgt, dass
sie beim nächsten Startvorgang schneller geladen werden. In Regedit zu
HKEY_Local_Machine/ System/Current Control Set/Control/Session
Manager/Memory Management/Prefetch Parameters navigieren. Danach
Prefetch Parameters anklicken es erscheinen im rechten Fensterbereich
eine Reihe von Einträgen. Es folgt ein Doppelklick auf Enable Prefetcher.

Der Vorgabewert ist 3. Ziffern bis 6 sind möglich. Die meisten Benutzer
erhalten bei 5 die beste Leistung. Nach jeder Veränderung auf OK
klicken, Regedit beenden und neu booten.


Permanent im RAM

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Wer wirklich viel RAM hat (512 MByte oder mehr), navigiert in Regedit zu
HKEY_ Local_Machine/System/Current Control Set/ Control/Session
Manager/Memory Management. Auf Large System Cache doppelklicken und den
Wert auf 1 setzen. Ebenfalls den Wert von Disable Page Executive auf 1
ändern.

Beide Einstellungen sorgen dafür, dass wichtige
Systemkomponenten permanent im RAM abgelegt werden, und verhindern, dass
Daten auf die Festplatte ausgelagert werden. Abschließend neu starten,
damit sichtbar wird, wie sich die neuen Einstellungen auf die Leistung
auswirken.

Wer nicht zu viel, sondern im Gegenteil zu wenig RAM
hat, versucht es mit folgendem Trick: Zu HKEY_Local_Machine/Software/
Microsoft/Windows/Current~Version/Explorer navigieren. Mit der rechten
Maustaste auf eine leere Stelle im Explorer-Ordner klicken und
Neu/Schlüssel wählen. Den Schlüssel Always Unload DLL nennen und den
Wert 1 geben. Dann neu starten. Der geänderte Eintrag sorgt nun dafür,
dass nicht mehr verwendete Programmbibliotheken sofort aus dem Speicher
verbannt werden und ihn nicht weiter belasten. Wer das später rückgängig
machen will, muss den neuen Schlüssel löschen und noch einmal booten.


Tweaker-Tools tunen Windows

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Es gibt eine Reihe von Programmen, die dem User die Mühe abnehmen, sich
für bestimmte Einstellungen durch die gesamte GUI zu hangeln. Microsoft
bietet solche Programme an, etwa Bootvis, das den Bootvorgang überwacht
und optimiert. Die Web-Adresse lautet:
www.microsoft.com/whdc/hwdev/platform/performance/fastboot/BootVis.mspx
.
Ein anderes Microsoft-Tool ist der bekannte Klassiker Tweak UI in der
XP-Version

(
www.microsoft.com/windowsxp /pro/downloads/powertoys.asp
).
Der beste
Freeware-Tweaker, den es momentan gibt, ist X-Setup Pro, das unter
folgender Internet-Adresse zu finden ist:
www.x-setup.net

Mit X-Setup Pro bleiben dem Anwender die risikoreichen
Registry-Fummeleien praktisch ganz erspart, weil sich so gut wie jede
Einstellung bequem über die X-Setup-Oberfläche vornehmen lässt


Boot- und Login-Logo austauschen

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In früheren Windows-Versionen wie 95 und 98 war der Austausch der beim
Systemstart angezeigten Grafik einfach. Unter Windows XP hilft dabei
Logonstudio. Der Logon-Bildschirm erscheint nach dem Start von Windows
XP. Er zeigt alle im System registrierten Benutzer an und fordert zur
Eingabe des Kennworts auf. Sein Aussehen lässt sich nicht ohne weiteres
ändern, da hierfür die Datei logonui.exe zuständig ist. Das kostenlose
Tool Logonstudio verarbeitet im Web erhältliche oder mit dem eingebauten
Editor angelegte Logonxp-Dateien. Zum Anlegen eigener Logon-Screens
reicht es nicht, einfach eine Grafik einzuladen. Zusätzlich ist es
nötig, über den Editor Elemente wie das Eingabefeld und die Schaltfläche
zum Herunterfahren zu positionieren.