Microsoft schöpft Hoffnung nach Urteil des europäischen Gerichtshofes

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Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes erschwert die Verpflichtung
zur Weitergabe von Informationen an Wettbewerber. Die EU-Kommission
sieht ihre Entscheidung gegen Microsoft dadurch zwar nicht gefährdet,
doch der Software-Konzern schöpft Hoffnung.

Der europäische Gerichtshof hat am Mittwoch in einem Rechtsstreit
zwischen dem Pharmadienstleister IMS Health und dem Konkurrenten NDC
entschieden. IMS ist Weltmarktführer bei der Erfassung regionaler
Verkaufsdaten für den weltweiten Pharmamarkt. Das Unternehmen hatte sich
geweigert, seine Technologien an NDS zu lizenzieren und konnte ein
daraus folgendes Verfahren wegen Monopolmissbrauchs zurückschlagen.

Microsoft sieht darin seine Chance, einen Prozess vor dem Europäischen
Gerichtshof zu gewinnen und eine Rücknahme des Urteils der EU-Kommission
zu erreichen. Diese hatte das Unternehmen wegen Missbrauchs seiner
Monopolstellung zu einer Geldstrafe von 497 Millionen Dollar
verpflichtet. Weiterhin soll Microsoft wichtige Protokolle für die
Kommunikation zwischen Windows-Clients und -Servern gegenüber
Konkurrenten offen legen. Dieser Punkt kann jedoch eventuell von
Microsoft genutzt werden, um das gesamte Urteil zu Fall zu bringen,
berichtet die britischen Wirtschaftszeitung ‘Financial Times’.

Auch wenn ein Unternehmen in einem Segment über eine Monopolstellung
verfügt, kann es demnach nur zur Herausgabe von Informationen an
Wettbewerber verpflichtet werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt
werden. Ein Missbrauch der Marktstellung liegt laut dem Urteil erst dann
vor, wenn die Daten zurückgehalten werden und der Wettbewerber diese für
Produkte einsetzen will, die der Besitzer nicht anbietet, die Weitergabe
aus sachlichen Gründen nicht gerechtfertigt ist und gleichzeitig jede
Konkurrenz verhindert wird. Laut Microsoft werden diese Punkte nicht
gemeinsam erfüllt.

Die Wettbewerbshüter der EU-Komission sehen
ihr Urteil jedoch nicht gefährdet. Demnach können Wettbewerber im
Serversegment keine Anwendungen anbieten, die eine mit
Microsoft-Applikationen vergleichbare Verbindungs-Performance aufweisen.
Die Entwicklung von Unix-basierten Sharing-Diensten wie Samba werde
damit beispielsweise deutlich behindert. (dd)

(
de.internet.com
– testticker.de)

Weitere Infos:

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Europäischer Gerichtshof

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