Neue Klagewelle der RIAA

Allgemein

Die neuen Klagen richten sich verstärkt gegen Nutzer in
Universitätsnetzen, die über breitbandige Internet-Anbindungen verfügen
und von der RIAA als wesentliches Standbein der Tauschbörsen angesehen
werden.

Die Branchenorganisation der US-Musikindustrie RIAA hat eine neue
Klagewelle gegen Filesharing-Nutzer gestartet. Insgesamt 477 Anzeigen
gegen unbekannt wurden eingereicht, teilte der Verband gestern in
Washington, D.C., mit. Die RIAA übermittelt den Behörden lediglich
Beweise für vermeintliche Urheberrechtsverletzungen in Form von Logfiles
und IP-Adressen. Laut einem Gerichtsurteil aus dem letzten Jahr darf nur
die Staatsanwaltschaft die Provider mit einer richterlichen Anordnung
zur Herausgabe von Kundendaten zwingen.

69 Klagen betreffen
Nutzer, die ausschließlich innerhalb eines Universitätsnetzes
Musikdateien ausgetauscht haben sollen. Von den Anzeigen sind Studenten
in elf Hochschulen betroffen. Die RIAA begann sich bereits in der
letzten Klagewelle auf Universitäten zu konzentrieren, da die schnellen
Campus-Netze ein wesentliches Standbein der Tauschbörsen sind. Oft
stehen Anbindungen mit Transferraten von mehreren MBit pro Sekunde für
die Distribution von Inhalten zur Verfügung.

Die Musikindustrie
versucht deshalb, die P2P-Nutzung an den Unis zu unterbinden und
erstmals gleichzeitig legale Alternativen zur Verfügung zu stellen. So
bietet die Download-Plattform Napster bereits in mehreren Netzen den
Zugriff auf die komplette Musikdatenbank, der pauschal über die
Studiengebühren bezahlt wird. Auch Apple stellt seit kurzem mit iTunes
on Campus einen vergleichbaren Service bereit. Bisher wurden über 2.000
User von der Musikindustrie wegen Urheberrechtsverletzung angezeigt. Die
meisten Verfahren wurden gegen Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von
mehreren Tausend Dollar eingestellt. (dd)

(
de.internet.com
– testticker.de)

Weitere Infos:

RIAA

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