Kalifornisches Start-up stellt frei programmierbaren Prozessor vor

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Der Befehlssatz wird vom Compiler auf spezielle Anwendungen angepasst,
so dass sich wiederholende Berechnungen in deutlich kürzerer Zeit
erledigt werden.

Das Technologie-Start-up Stretch hat gestern seinen Prozessor S5000
vorgestellt, dessen Befehlssatz nach Angaben des Unternehmens erstmals
während des Betriebs mit neuen Instruktionen ausgestattet werden kann.
Der Kern besteht aus einer RISC-Architektur, die um eine frei
programmierbare Instruction Set Extension Fabric (ISEF)-Logik ergänzt
wurde. Dies teilte Stretch gestern in Mountain View im US-Bundesstaat
Kalifornien mit.

Zu der CPU gehört ein spezieller Compiler, der
in einem Programm automatisch Bereiche ermittelt, die besondere
Anforderungen an die Prozessor-Performance stellen. Anschließend werden
neue Instruktionen in den Chip geschrieben, die eine schnellere
Verarbeitung entsprechender Code-Passagen ermöglichen. So können einige
Aufgaben, die im RISC-Befehlssatz in bis zu tausend Einzelberechnungen
aufgeteilt werden müssten, auf eine Instruktion reduziert werden, so
Firmenchef Gary Banta.

Der Einsatz ist nur auf Rechnern
sinnvoll, die über längere Zeit mit den gleichen Berechnungen betraut
werden. Zu typischen Anwendungsfeldern gehören Systeme für die digitale
Videobearbeitung oder für Kryptographie. Dabei sei nach
Herstellerangaben gelungen, mit einer 300 MHz-Stretch-CPU handelsübliche
2 GHz-Prozessoren zu schlagen.

Der neue Chip soll problemlos mit
anderen CPUs zusammenarbeiten und kann so beispielsweise in Workstations
als Co-Prozessor für klar definierte Anwendungen genutzt werden.
Entwicklungsumgebungen stellt Stretch für Windows XP und Linux zur
Verfügung. Die Markteinführung soll in verschiedenen Konfigurationen im
Laufe dieses Jahres erfolgen. Der Preis soll jeweils zwischen 35 und 100
Dollar liegen. (dd)

(
de.internet.com
– testticker.de)

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Stretch

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