Philippinische SpecOps erlaubt Installation und Ausführung von Windows-Software auf Linux

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Die Emulatoren-Suite “David” soll in Kürze auf den Markt kommen und
Windows-Software ohne Umwege einfach auf Linux-Rechnern installieren und
ausführen.

Der philippinische Software-Hersteller SpecOps will in Kürze einen neuen
Windows-Emulator für Linux auf den Markt bringen. Die Software ist vor
allem für den Einsatz im Unternehmensbereich gedacht und soll es
ermöglichen, viele native Windows-Programme direkt unter dem freien
Betriebssystem nutzen zu können, teilte der Anbieter gestern in Manila
mit. Firmen soll dies den Umstieg deutlich erleichtern. Eine Migration
ist besonders im Business-Segment oft sehr kompliziert, da häufig
spezialisierte Anwendungen lediglich für ein Betriebssystem entwickelt
wurden und jede Umgewöhnung unerfahrener Nutzer wie
Verwaltungsangestellter auf neue Applikationen vorübergehende Einbußen
in der Produktivität nach sich zieht.

Die 80 Megabyte umfassende
Sammlung aus Treibern, APIs und Hardware-Simulationen wird unter dem
Codenamen David entwickelt. Bisher stehen vergleichbare Produkte wie
Wine zur Verfügung. Diese bieten jedoch nur bedingt die Möglichkeit,
Windows-Software direkt von CD auf einem Linux-System zu installieren,
wie es SpecOps verspricht. Ein genauer Erscheinungstermin und ein Preis
stehen bisher noch nicht fest. Der Hersteller will jedoch noch in diesem
Jahr 30.000 Lizenzen verkaufen und eine Million Dollar Umsatz mit der
neuen Software generieren.

Seit die Entwicklung des Produktes im
Jahr 2002 durch einen unvorsichtigen Oracle-Mitarbeiter erstmals in
Branchenkreisen bekannt wurde, reagierten die großen US-amerikanischen
IT-Konzerne. So informierte sich Microsoft nach Angaben von SpecOps
regelmäßig über Ditte über den Fortschritt der Entwicklung. IBM bemühte
sich unter dessen um eine exklusive Vertriebspartnerschaft und ließ die
Software von PriceWaterhouse Coopers hinsichtlich möglicher
Investitionen prüfen. Im Januar 2003 wurde ein Übernahmeangebot durch
eine US-Investorengruppe abgelehnt. Seit April letzten Jahres erfolgt
die Entwicklung unter Schirmherrschaft des philippinischen
Wissenschaftsministeriums, das die Rechte an dem Produkt im Land
behalten will, um die eigene Software-Industrie gegen Konkurrenten zu
stärken. (mk)
(
de.internet.com
– testticker.de)

Weitere Infos:

Manila Bulletin über SpecOps

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