Peer-to-Peer im Business
Wird P2P jetzt salonfähig?

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Kelvyn Taylor fragt sich, ob P2P-Anwendungen jetzt den Durchbruch bei
Unternehmen schaffen.

Peer-to-Peer im Business

Firmen verwenden virtuelle private Netzwerke (VPNs), um Remote-Benutzern
einen sicheren Zugriff auf Firmenressourcen zu ermöglichen. Doch kommt
dafür nicht genausogut ein sicheres Peer-to-Peer-Filesharing in Frage?

Auf diese Frage gibt es verschiedene Antworten. Die eine ist, dass P2P dank
des Filesharing im Musikbereich mit Hilfe von Kazaa und dergleichen bei
IT-Verantwortlichen in Verruf geraten ist. Außerdem sind die wichtigsten
IP-Ports für das Filesharing meist fest angebunden an die
Internet-Gateways der Unternehmen.

Schlechter Ruf und gutes
Potenzial

Eine andere Antwort gibt die Auffassung, es
gäbe keine “guten” kommerziellen P2P-Systeme – sie seien angeblich alle
von böswilligen Filesharing-Musikpiraten geschrieben. Doch im Moment
sieht es so aus, als ob P2P sich etwas mehr Respekt erwerben könnte und
vielleicht bald mit “Anzug und Krawatte” auftritt.

Neulich
spielte ich ein bisschen mit einem Programm namens FolderShare herum,
einer P2P-Anwendung im Betastadium, mit der sich jeder Ordner und jede
Datei auf dem Windows-PC mit jedem gemeinsam nutzen lässt, dem man den
Zugang zu seiner sicheren Peer-Gruppe gewährt. Dabei kann man eine
komplette Hierarchie von Privilegien für den Lese-/Schreibzugriff
erstellen, und der gesamte Verkehr unterliegt einer
RSA-Authentifizierung, ist AES-verschlüsselt und basiert auf einer
Secure Sockets Layer (SSL)-Verbindung mit 256-Bit-Verschlüsselung.

Die Benutzer haben über einen Client Zugriff auf die Dateien, oder über
Platzhalter auf der FolderShare-Website (nicht Daten, sondern nur Links
werden dort abgelegt). FolderShare arbeitet offensichtlich nicht, wenn
alle PCs in der Peer-Gruppe hinter einer Firewall verschanzt sind. Und
doch hat es im Unternehmen seinen Platz; es hinterlässt keine offenen
Ports, und es authentifiziert Clients, bevor irgendein Transfer
durchgeführt wird. Die Entwickler waren anscheinend sehr bemüht, die
Vorteile des Systems für den Geschäftsbereich hervorzukehren.


Mit Authentifizierung wird P2P gesellschaftsfähig

ShareFolder
ist ein nettes kleines Programm, für das mir auf Anhieb eine ganze Reihe
möglicher Funktionen einfallen. Neben den ganz offensichtlichen wie
Dateisynchronisation zwischen den Bürosystemen und Arbeitsplätzen im
Home-Bereich könnte man es auch als Patch-Verteiler, als gemeinsam
genutzten Arbeitsbereich oder sogar als flinken Verteiler von
Firmen-News an eine Vielzahl von Leuten einsetzen.

Ich habe
FolderShare bereits zusammen mit europäischen Kollegen und
selbstständigen Mitarbeitern für die gemeinsame Nutzung großer
Unternehmensdateien eingesetzt, wo die meisten E-Mail-Systeme bei
40-MByte-Sendungen streiken würden und auch FTP-Server die meiste Zeit
eher herumzicken.

Doch das große Schreckgespenst für IT-Chefs
heißt mangelnde Sicherheit, falls es nicht gelingt, das Ganze zentral zu
verwalten und zu verriegeln. Wie auch immer, Microsoft wird, sobald es
eine Chance wittert, zur Stelle sein wie eine Eins. In den Startlöchern
scheint es schon zu sitzen.

Business-P2P: Auch Microsoft
sitzt schon in den Startlöchern

Im Advanced Networking
Pack for Windows XP ist neben einem Ipv6-Stack und einer Ipv6-Firewall
auch ein Ipv6-basierter Windows Peer-to-Peer-Service beigepackt sowie
der Teredo NAT Traversal Client, der Ipv6-Pakete in Ipv4-Pakete packt,
um Ipv6-Unicast-Transfer im Internet zu ermöglichen. Sichere
P2P-Transfers sind nur eine der Anwendungsmöglichkeiten dieser
Technologie.

Die einzige Anwendung weit und breit, die im
Augenblick Teredo einsetzt, ist Microsofts ThreeDegrees, ein
Filesharing-Service für Endanwender im Betastadium. Tests durch
Endanwender gehören zu den beliebten Methoden, um Bugs auszubügeln, aber
es ist zu vermuten, dass sie nicht die letztliche Zielgruppe für
Microsoft sind.

Wer die Ohren offen hält, wird im Laufe des
Jahres noch andere große Namen im Zusammenhang mit
unternehmensorientierten P2P-Anwendungen hören. Vielleicht erinnert sich
der eine oder andere dann daran, in einem kleinen Beitrag auf dieser
Website einmal etwas darüber gelesen zu haben.