China zieht Gesetz zur WLAN-Verschlüsselung mit Wapi zurück

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US-Konzerne können sich vollständig durchsetzen: Die Pflicht zum Einsatz
der chinesischen Verschlüsselungstechnologie entfällt, Intel kann nun
Centrino-Technik im Reich der Mitte verkaufen.

Die chinesische Regierung hat dem Druck ausländischer IT-Konzerne, allen
voran Intel, vollständig nachgegeben und die Pflicht zur Verwendung des
Wapi-Chips aufgehoben. Dies berichtete die US-Tageszeitung New York
Times heute unter Berufung auf US-Handelssekretär Donald Evans. Ab dem
1. Juni sollte ursprünglich der Verkauf von WLAN-Hardware ohne
integrierte Hardware-Verschlüsselung aus China untersagt werden. Bei dem
Krypto-System handelt es sich um eine proprietäre, chinesische
Eigenentwicklung, auf die nur Hersteller in dem asiatischen Staat
Zugriff hatten. Für den Verkauf von WLAN-Karten und Notebooks mit
integrierter Centrino-Technologie hätten ausländische Hersteller daher
zwingend mit chinesischen Produzenten zusammenarbeiten müssen.

Die Rücknahme der Regelung durch die chinesische Regierung erfolgte
gestern in Verhandlungen mit US-Regierungsvertretern. Bereits im Vorfeld
hatten sich hochrangige Vertreter der Bush-Administration eingeschaltet.
So forderten Außenminister Colin Powell, Handelsminister Don Evans und
Handelsvertreter Robert Zoellick im Februar in einem Schreiben an die
Regierung in Peking die Aufhebung der Verpflichtung zum Einsatz des
Wapi-Chips.

In den Verhandlungen sicherte China außerdem zu,
künftig verstärkt gegen Produktpiraterie und das illegale Kopieren von
Software, Musik und Filmen vorzugehen. Weiterhin sollen binnen sechs
Monaten internationale Urheberrechtsverträge unterzeichnet werden. (mk)
(
de.internet.com
– testticker.de)

Weitere Infos:

New York Times

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