IP-Telefonie
Hohe Kosten schränken den Nutzen der IP-Telefonie ein

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VoIP soll eigentlich Kosten senken, doch die Einführung solcher Systeme
kann einen viel höheren Preis erfordern als geplant. Martin Courtney hat
sich in der Industrie erkundigt, wann sich so ein Umstieg überhaupt
lohnt.

IP-Telefonie

Viele Firmen sehen noch keinen zwingenden Grund, die IP-Telefonie in
irgendeiner Weise innerhalb ihrer LANs oder WANs zum Einsatz zu bringen.
Die hohen Kosten zur Einrichtung der IP-Systeme sowie für die
ununterbrochene Verfügbarkeit kostengünstiger, zuverlässiger
Anrufverbindungen über die existierenden analogen Systeme stellen sich
als Hürden heraus, die nur schwer zu überwinden sind. Analysten rieten
IT-Managern von einer Installation von VoIP-Netzwerken als einzigem
Verbindungssystem ab und drängen stattdessen auf die Entwicklung einer
koordinierten Kommunikationslösung, bei der Sprach- und
Datenübertragung, verdrahtete und Drahtlos-Verbindungen sowie Stationär-
und Mobiltechnologie harmonisch zusammenlaufen.

United Biscuits,
ein Unternehmen, das mit vier Netzwerken zur Verbindung seiner
Betriebsstandorte in verschiedenen europäischen Ländern arbeitet, mag
zwar besser als andere geeignet sein, den kostengünstigen
internationalen Voice-Transfer via VoIP mit Erfolg zu nutzen, doch auch
hier schreckt man vor der Erstinvestition noch zurück. IT-Chef Mark
Vichery meinte, man werde im nächsten Jahr die Chancen eines
potenziellen Projekts zur IP-Telefonie noch einmal ausloten, denkt aber,
die möglichen Kosteneinsparungen rechtfertigten im Moment noch keine
Erweiterung des WAN. “Wir haben uns die Sache angeschaut, aber das
Volumen unserer Anrufe auf internationaler Ebene ist nicht groß genug,
um ein solches System zu nutzen. Die wirtschaftliche Grundlage ist nicht
gegeben”, meint Vichery, und fügt hinzu, dass einige Techniker seiner
IT-Abteilung immer noch Bedenken haben, ob die Technologie in Bezug
Wartezeiten und Schwankungen, die die Übertragungsqualität innerhalb des
WAN beeinträchtigen können, ausgereift genug ist.

Wayne
Churchill, UK Managing Director bei Vanco , einem Betreiber von Vitual
Private Networks, war ebenfalls der Meinung, dass die hohen
Investitionskosten für die Migration der Telefonsysteme auf viele
IT-Verantwortliche eine abschreckende Wirkung hat. “Es ist immer noch
schwer, mit IP-Telefonie ein Geschäft zu machen”, meint er, “bei jedem
Auftrag erleben wir dasselbe: Der Kunde wünscht sich die Infrastruktur
zur Einführung der IP-Telefonie nur so lange, bis er den Preis sieht.”

Ein in der vergangenen Woche veröffentlichter Bericht der Firma Butler Group
sagt voraus, dass eines Tages die meisten Firmen voll integrierte
IP-Netzwerke wünschen und auch haben werden. Das Papier warnt aber, dass
die Einführung von IP-Telefonie allein noch keinen entscheidenden
wirtschaftlichen Vorteil bringt. Vielmehr müssten IT-Manager ein
Gesamtbild vor Augen haben und dafür sorgen, dass alle ihre Sprach-,
Video- und Daten-Anwendungen sowohl über verdrahtete als auch mobile
Drahtlosnetzwerke harmonisch zusammenarbeiten. Nur so sei ein Maximum an
Rendite rauszuholen. “Es wird Jahre dauern”, so das Fazit des Berichts,
“bis zusammengeführte Kommunikationslinien allgemeine Verbreitung
gefunden haben, doch die Anbieter verlieren ihre Wettbewerbsfähigkeit,
wenn sie sich auf eher kurzsichtige, kostengünstige Implementierungen
einlassen.”

Weitere Infos:

Butler Group


Vanco