E-Mail-Betrug: Mitglied der berüchtigten “Nigeria-Connection” hinter Gittern

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Der nigerianische Trickbetrüger, der mehrere Hunderttausend Euro durch
geschicktes und irreführendes E-Mail-Marketing ergaunert hatte, wurde in
London gefasst und gestern zu 20 Monaten Haft verurteilt.

Der 33jährige Peter Okoeguale wurde gestern in Großbritannien zu 20
Monaten Haft verurteilt, berichtet das Sicherheitsunternehmen Sophos.
Die so genannte Nigeria Connection versuchte, Geld von Internet-Nutzern
zu erschleichen.

Okoeguale selbst habe einen Betrag von insgesamt
mehreren Hunderttausend Euro erlangt, heißt es in der Urteilsbegründung.
Die britische Polizei machte unter anderem elf Opfer in Schottland
ausfindig, die insgesamt über 30.000 Euro an den Verurteilten überwiesen
hatten. Den höchsten Betrag hatte der Betrüger aber mit 70.500 Euro bei
einem pensionierten US-Geschäftsmann erschlichen, vermerkte Richter John
Rogers in seiner Urteilsbegründung. Wenn er die Strafe abgesessen hat,
wird Okoeguale in sein Heimatland abgeschoben.

In der
Betrug-E-Mail geben sich die Nigerianer häufig als Regimekritiker aus,
in manchen Mails geht es auch um Erbschaften, Entwicklungshilfe oder
große Auslands-Investitionen. Angeblich können die
Anleger/Erben/Entwicklungshelfer wegen staatlicher Überwachung nicht
selbst ins Ausland fliegen und ein Konto eröffnen und bitten darum
Internet-Nutzer um das Zwischenlagern einer Summe. Weil der Betrogene 30
Prozent der Summe erhalten soll, reagieren einige Gutgläubige. Wer
bezahlt, ist sein Geld für immer los.

Die nigerianischen Justiz
nennt die Methode den “419 Fraud”. Die ersten derartigen Betrügereien
fanden schon 1988 per Fax statt. Opfer gibt es immer wieder, per
Internet lassen sie sich noch leichter finden. Die gezahlten Summen, so
heißt es in britischen Medien, sollen seit mehreren Jahren schon einen
signifikanten Anteil am gesamten Transfervolumen der nigerianischen
Staatsbank haben. (mk)

Weitere Infos:

Sophos

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