Betriebssysteme im Wandel
Red Hat Desktops in den Startlöchern

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Linux-Distributor Red Hat forciert seine Anstrengungen, im Sommer einen
eigenen Desktop zusammen mit einer Reihe weiterer Releases für
Unternehmen auf den Markt zu bringen – mit dem Ziel, gegen das
runderneuerte Novell anzutreten. Weitere Neuerungen kommen mit.

Betriebssysteme im Wandel

Linux-Distributor Red Hat forciert seine Anstrengungen, im Sommer einen
eigenen Desktop zusammen mit einer Reihe weiterer Releases für
Unternehmen auf den Markt zu bringen – mit dem Ziel, gegen das
runderneuerte Novell anzutreten. Neben dem neuen Desktop gehört auch die
Beta des Red Hat Enterprise Linux 4 sowie eine Final-Version des “Java 2
Enterprise Edition Red Hat Application Server” zu den etwas hastigen
Ankündigungen für diesen Sommer.

Deb Woods, Vizepräsident des
Programm-Managements bei Red Hat, ließ verlauten, die Nachfrage von
Seiten der Red Hat-Kunden sei der Motor für die Entwicklung einer Reihe
spezieller Desktop-Client-Betas gewesen. Als Ergebnis stehe nun ein
allgemeiner Client für Unternehmen in diesem Sommer zur Verfügung.

Allerdings, so ist zu hören, bedeute diese Entscheidung von Red Hat zu diesem
Zeitpunkt keine Wiederbelebung seines Endbenutzer-Desktops. „Linux fehlt
es noch an Funktionalität wie Plug&Play- und Spiele-Features, um es für
den Endbenutzer attraktiv zu machen, doch OpenOffice und Media-Software
versorgen Großfirmen mit allem, was sie brauchen“, meinte Woods.

Sie führte weiter aus, dass Red Hat sich auch auf den Anwendungs-Server
sowie Archivierung und Skalierbarkeit konzentriere. Die im Moment schon
laufende Entwicklungsarbeit umfasst die Integration des neuen Linux
2.6-Kernels sowie das Testen der Skalierbarkeit auf Clustern von 8 bis
16 CPUs mit Enterprise Linux 4, das erstmals
Ausfallsicherheits-Funktionalität enthalten soll. Das Produkt, das laut
Red Hat im ersten Quartal 2005 als Vollversion erscheinen wird, wird
auch eine neue System- und Konfigurationsmanagement-Software mitbringen.

Was die anderen Projekte angeht, erklärte Woods, baue der Red Hat Application
Server auf dem Jonas Open-Source J2EE Application Server auf, der
offener ist als der Konkurrent JBoss und deshalb auch mehr
Open-Source-Entwickler zur Verbesserung seiner Funktionalität bewegt
habe.

James Governor, Analyst bei Red Monk, kommentierte die Lage
so: “Der Applikations-Server ist eine Kernkomponente der
Betriebssystem-Umgebung, dieser Schritt kommt daher nicht unerwartet.
Aber es besteht die Gefahr, dass Red Hat sich zu langsam verbreitet und
deshalb Wettbewerbsprobleme haben könnte.

Nach seiner Übernahme
von Sistina und seiner GFS-Produktreihe für das Archivierungsmanagement
letzten Sommer will Red Hat auch den Markt für Speichermedien erobern.
Darüber hinaus entwickelt Red Hat zusammen mit Wind River das Red Hat
Embedded Linux, in das Wind Rivers Entwicklungstools und Middleware als
Basis für eine Standardplattform integriert sein werden.

Red Hat
ist auch dabei, eine Linux-Version für Telekommunikationsunternehmen zu
entwickeln, mit neuer Software für das System- und
Konfigurationsmanagement.

Zu den aktuellen Schritten meint
Governor, sie könnten die richtige Antwort auf gegenwärtige
Unternehmensbedürfnisse sein. “Wir haben bei Firmen großes Interesse an
einem solchen Desktop registriert. Das Vorgehen überrascht mich daher
nicht”, kommentierte er die Situation. Chris Ingle, Senior Consultant
beim Forschungsunternehmen IDC, meinte, der Markt habe sich nach Novells
Übernahme von Suse Linux verändert. „Red Hat´s Strategie folgt der
Überzeugung, dass es die Infrastruktur für alle liefern kann, aber es
ist eben ein Versuch, mit relativ wenigen Leuten etwas Großes auf die
Beine zu stellen. “

Weiterführende Informationen:

www.redhat.com