OpenSource-Hardware? IBM will Power-Prozessor-Architektur offenlegen

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Der US-Technologiekonzern möchte die Architekturen seiner kommenden
Power5-Prozessoren offenlegen und so IT-Unternehmen, Geschäftspartner
und Universitäten in den Design-Prozess zukünftiger Modelle einbinden.

Bill Pulleyblank, Chef des Deep Computing Institutes bei IBM, teilte
gestern in Armonk, New York, mit, dass die Offenlegung der
PowerPC-Architekturen geplant sei. Das sei sowohl für IBM als auch für
Entwickler von Vorteil: Big Blue erhielte aus der IT-Community wertvolle
Hinweise zur Verbesserung der Chip-Designs und Programmierer könnten
ihre Anwendungen deutlich besser an die Architektur anpassen.

Zeitgleich zur bahnbrechenden Ankündigung zeigt IBM zudem sein neues
Power Architecture Pack. Diese kostenlose Software ermöglicht eine
Arbeit am Power-PC-Chipdesign. Nach Sun Microsystems ist IBM damit der
zweite Anbieter derartiger offener Architekturen und Design-Hilfen. Suns
Sparc-CPUs werden zum Beispiel bei Fujitsu gefertigt; der japanische
Konzern leistet seinerseits einen Beitrag zur Weiterentwicklung der
Prozessoren. So etwas stellt sich auch IBM für seine PowerPC-Architektur
vor.

Die zukünftigen Power-Prozessoren sollen modular aufgebaut
sein und sich selbstständig an neue Aufgaben anpassen. So können sie
wahlweise mehr Cache-Speicher dazuschalten oder die Taktfrequenz
regulieren. Module wie Sprachanpassung ließen sich etwa kurzfristig in
den Chip integrieren, kostspielige und CPU-Power schluckende
Software-Brücken würden damit unnötig.

Man habe die ersten
Versionen entsprechender Designs schon erfolgreich in den
Entwicklerlaboren getestet, erklärte Pulleyblank. Mit einer
Markteinführung ist aber seiner Aussage nach nicht vor 2010 zu rechnen.
(mk)

Weitere Infos:

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