Phonowirtschaft greift auch in Deutschland Musikfreunde in Tauschbörsen an

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68 Strafanzeigen laufen bereits: Nutzer von Musiktauschbörsen müssen
jetzt auch in Deutschland mit Rechtsverfahren rechnen. Das erklärte Gerd
Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, heute in Berlin.

In einer ersten Klagewelle haben die Deutsche Landesgruppe der IFPI und
die von ihr beauftragte Hamburger Rechtsanwaltskanzlei Rasch 68
Strafanzeigen gegen Internet-Dateitauscher erstattet. “Es gibt in
Tauschbörsen millionenfach illegale Musikangebote. Wir gehen deshalb
jetzt auch gegen diese illegalen Anbieter mit rechtlichen Schritten
vor”, so Gebhardt. Ähnlich wie in Deutschland wird neben den USA auch in
Dänemark, Italien und Kanada agiert.

Die deutsche Musikindustrie
geht bereits seit Jahren gegen Musikangebote vor, die auf Webseiten oder
ftp-Servern basieren. Mehr als 4.000 Personen wurden in den letzten
Jahren belangt, einige Millionen Musikangebote dadurch vom Netz
genommen, so der Verband. Die privaten Teilnehmer von Tauschbörsen
wurden bisher noch nicht rechtlich belangt, nun will man Heavy-User über
ihre IP-Nummern identifizieren. Die Provider geben die Identitäten der
Rechtsverletzer aber nicht bekannt, die deutsche IFPI und ihre
Rechtsanwaltskanzlei konnten daher nur Anzeige gegen unbekannt
erstatten. Die Staatsanwaltschaft soll die Herausgabe der Kundendaten
nun erzwingen.

Damit führt die milliardenschwere Musikbranche,
die jahrelang den legalen Distributionsweg Internet ignoriert hat, ihren
Kampf gegen Windmühlen weiter: 74 Prozent der Deutschen wissen, so eine
Studie der GfK, dass Musikangebote in Tauschbörsen oft illegal sind.
P2P-Plattformen werden dennoch immer populärer. Eine abschreckende
Wirkung von Klagen gegen private Nutzer konnte in den USA bisher nicht
nachgewiesen werden. (mk)
(
de.internet.com
– testticker.de)

Weitere Infos:

Deutscher Phonoverband IFPI

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