Viren für Kleinunternehmen in der EU ein wachsendes Problem

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Eine Studie von Network Associates verzeichnet hohe finanzielle Verluste
bei europäischen Unternehmen. Die Deutschen werden beim Umgang mit
E-Mails als vorsichtiger eingestuft als ihre Kollegen in anderen Ländern.

Europäische Kleinunternehmen erleiden aufgrund unzulänglicher
Netzwerk-Schutzmaßnahmen jedes Jahr einen Schaden in Höhe von mehreren
Milliarden Euro. Das ergab zumindest eine Studie der Sicherheitsexperten
von Network Associates, die heute in München präsentiert wurde. Darin
kommt man zu dem Ergebnis, dass sich der jährliche finanzielle Schaden
aufgrund von Downtime infolge infizierter PCs auf 22 Milliarden Euro
summiert, wobei die durchschnittlichen Kosten jeder Virenattacke 5.000
Euro erreichen.

Die zunehmende Virenaktivität und damit das immer
höher werdende Risiko macht der im Januar entdeckte Virus Mydoom
deutlich. Mehr als eine von fünf befragten Firmen in Europa (22 Prozent)
musste die Arbeit in ihren Büros für mehrere Stunden niederlegen, um die
Folgen eines Virenbefalls zu beseitigen. Dies reicht bis hin zu 30
Prozent in Italien und 50 Prozent in Frankreich.

Ein genauerer
Blick auf die Ergebnisse in Deutschland ergibt Folgendes: Etwa eines von
fünf Kleinunternehmen (21 Prozent) wurde in den letzten zwölf Monaten
von einem Virus infiziert und etwa der gleiche Anteil (19 Prozent) wurde
im letzten Sommer vom Sobig-Wurm heimgesucht. Ein Drittel der deutschen
Kleinunternehmen mit Virenbefall musste in der Folge neue Hardware
anschaffen. Weitere 29 Prozent haben wichtige Dateien verloren oder
massive Beschädigungen festgestellt. Eine von fünf Firmen hat einen
Verlust von 5.000 bis 10.000 Euro bei jedem Virenangriff davongetragen,
was dem höchsten finanziellen Schaden unter den befragten Firmen in
Europa entspricht.

Deutsche am vorsichtigsten beim Öffnen von
Attachment

Die deutschen Mitarbeiter sind am vorsichtigsten,
denn nur die wenigsten wagen es, ein E-Mail-Attachment von einem
unbekannten Absender zu öffnen – 9 Prozent im Vergleich zu den
risikofreudigeren französischen Kollegen mit 24 Prozent. Das gleiche
gilt beim Klicken auf einen unbekannten Link, was nur 9 Prozent der
Deutschen, aber 23 Prozent der Franzosen wagen. Vorbildlich zeigt sich
das Personal in deutschen Kleinunternehmen auch in dieser Hinsicht: 98
Prozent haben noch nie ein unbekanntes Attachment an einen Freund der
Kollegen weitergeleitet. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) glaubt jedoch,
einem Kollegen oder Unternehmen möglicherweise unbewusst eine infizierte
E-Mail weitergeleitet zu haben. Dass die Bedrohung zunimmt, wird
deutlich, denn 38 Prozent der Befragten in Deutschland schätzen das
Virenrisiko aktuell höher ein als noch vor einem Jahr. Nur einer von
fünf Mitarbeitern (20 Prozent) fühlt sich weniger bedroht oder hat sich
nie darüber Gedanken gemacht.

Ein weiteres Problem wird derzeit
nur als tägliches Ärgernis eingestuft, geht aber zunehmend auch zu
Lasten der Produktivität. Das Volumen der Posteingänge überfüllenden
Spam-Mails nimmt weiter zu und bereitet so manchem Unternehmen
Kopfzerbrechen. 65 Prozent der deutschen Kleinunternehmen erhalten bis
zu 20 E-Mails pro Woche, bei 9 Prozent der Unternehmen sind es sogar
mehr 51 Spam-Mails jede Woche. Die Mehrzahl der in Deutschland
eingehenden Spam-Mails (23 Prozent) enthält sexuelle Inhalte. 47 Prozent
der Kleinunternehmen haben sich mit der Spam-Problematik abgefunden.
Während 67 Prozent der befragten Firmen keine Verschärfung in den
letzten zwölf Monaten sehen, gaben 28 Prozent an, dass die Menge der
unerwünschten Mitteilungen zugenommen hat. (mk)
(
de.internet.com
– testticker.de)

Weitere Infos:

Network Associates Deutschland

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