Novell will Microsoft auf dem Desktop angreifen

BetriebssystemOpen SourceSoftwareWorkspace

Die neue Linux-Distribution von Novell, die bereits zur CeBIT
Aufmerksamkeit erregte, soll die Vormacht Microsofts angreifen,
verlautbart nun Novell-Vizechef Chris Stone auf der Entwicklerkonferenz
Brainshare.

Der Software-Hersteller Novell will mit einem neuen
Linux-Desktop-Betriebssystem signifikante Marktanteile von Microsoft
abringen. Die Konzentration liege derzeit auf der Entwicklung eines
entsprechenden Systems als Alternative zu Windows, teilte Chris Stone,
Vizechef des Unternehmens gestern auf der Entwicklerkonferenz BrainShare
mit. “In den nächsten 12 Monaten wird es in vielen Bereichen zu einem
Umstieg kommen”, gab sich Stone optimistisch.

Das neue
Desktop-System wird auf der Distribution des deutschen Herstellers SuSE
basieren und mit den Anwendungen von Ximian ausgestattet sein. Beide
Hersteller hatte Novell im vergangenen Jahr übernommen. Um die geplante
Offensive gegen Windows zu unterstützen, kündigte Stone gleichzeitig die
Offenlegung verschiedener proprietärer Distributions-Bestandteile an. So
sollen sowohl SuSEs Installationsroutine YAST und Novells
Verzeichnisdienst iFolder unter die GNU Generell Public Licence (GPL)
gestellt werden.

Novell sieht dabei gute Chancen sich gegen
andere Linux-Distributoren zu behaupten. Durch den Besitz weitreichender
Lizenzen an Unix sind rechtliche Probleme im Zuge der SCO-Klagewellen
unwahrscheinlich. Weiterhin setzt das Unternehmen auf weltweite
Support-Partnerschaften mit IT-Konzernen wie IBM.

“Wenn wir
auf dem Desktop verlieren, verlieren wir auch bei den Servern”

Mit der Konzentration auf den Desktop-Markt will Novell Microsoft mit eigenen
Waffen schlagen. Der Redmonder Konzern kann seinen heutigen Stand im
Server-Markt hauptsächlich darauf zurückführen, dass die dominante
Position bei Desktop-Systemen bei der Verdrängung von Novell NetWare im
Server-Segment half.

“Wenn wir auf dem Desktop verlieren,
verlieren wir auch bei den Servern”, sagte auch Martin Häring, Sprecher
der Sun-Geschäftsführung, auf der CeBIT gegenüber de.internet.com. Der
für seine Server und Workstations bekannte Technologiekonzern hatte im
vergangenen Jahr mit dem Java Desktop System ebenfalls eine
Linux-Distribution für Arbeitsplatzrechner auf Basis von SuSE-Linux
veröffentlicht. Darin wurden Standard-Anwendungen zu einem Gesamtprodukt
zusammengefasst und in Verbindung mit Support und Schulungen zum
Kampfpreis von 50 Dollar jährlich pro Nutzer auf den Markt geworfen. (mk)
(
de.internet.com
– testticker.de)

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