CeBIT 2004: Bundesdatenschützer warnt vor Missbrauch von Location Based Services

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Kaum ist entsprechende Software für ortsgebundene Dienste da, hegen die
Datenschützer Verdacht. Bundesbeauftragter Schaar über das
Gefahrenpotential: “Kunden müssen umfassend informiert werden”.

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar hat heute auf der
CeBIT auf die datenschutzrechtlichen Anforderungen an die Ausgestaltung
von Location Based Services hingewiesen. Die Dienstleistungen, die dem
Nutzer in Abhängigkeit von seinem Standort zur Verfügung gestellt
werden, etwa Hinweise auf Restaurants, Verkehrsinformationen,
Einkaufshilfen, Suchfunktionen für Freunde, seien demnach kritisch zu
betrachten. “Aus Sicht des Datenschutzes können sich hierbei erhebliche
neue Risiken ergeben”, erklärte Schaar. So bestehe die Gefahr, dass
Bewegungsprofile von Nutzern erstellt, zusammen mit Daten des
persönlichen Lebensstils gespeichert und mit Informationen zum
Kaufverhalten verknüpft und an Dritte weitergeben werden. Auf diese
Weise könnten Datenpools entstehen, die nicht mehr kontrollierbar seien.

Schaar setzte sich dafür ein, dass die Anbieter die Nutzer von Location Based
Services vorab umfassend darüber informieren, welche Daten erhoben, wie
sie verarbeitet und an wen sie gegebenenfalls übermittelt werden. Die
datenschutzrechtlich zwingende Voraussetzung für die Übermittlung und
Nutzung von Standortdaten sei die Einwilligung des Betroffenen. Die
Nutzer müssten die Möglichkeit haben, ihre Einwilligung jederzeit
zurückzuziehen.

Ferner müssten auch die Kunden von solchen
Diensten in der Lage sein, die Lokalisierung zeitweise oder auf Dauer
abzuschalten. Schaar: “Die Berücksichtigung des Datenschutzes liegt im
Eigeninteresse der Anbieter. Ohne angemessenen Datenschutz wird diesen
Services der erwartete Erfolg versagt bleiben.” Schaar wies darauf hin,
dass die europäische Datenschutzrichtlinie für elektronische
Kommunikation ausführliche Regelungen dazu enthält. Diese würden bei der
laufenden Novellierung des Telekommunikationsgesetzes in Deutschland
umgesetzt werden. Die Datenschutzaufsichtsbehörden würden darauf achten,
dass diese Vorgaben von den Unternehmen eingehalten werden. (mk)
(
de.internet.com
– testticker.de)

Weitere Infos:

Bundesbeauftragter für den Datenchutz

CeBIT 2004:
Halle 11 D52.14

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