Umweltbelastung durch PCs
Think green!

IT-ManagementIT-ProjekteNetzwerk-ManagementNetzwerkeWorkspaceZubehör

Experten drängten letzte Woche Unternehmen dazu, der Umwelt zuliebe
alternative Computermodelle in Erwägung zu ziehen. Der Mahnung war ein
UN-Bericht über die bei der PC-Herstellung entstehenden Schäden
vorausgegangen. Die EU hat bereits mit zwei Richtlinien reagiert.

Umweltbelastung durch PCs

Experten drängten letzte Woche Unternehmen dazu, der Umwelt zuliebe
alternative Computermodelle in Erwägung zu ziehen. Der Mahnung war ein
UN-Bericht über die bei der PC-Herstellung entstehenden Schäden
vorausgegangen.

Die UN-Studie prüfte die Umweltbelastung im
Zeitalter der Computertechnologie und fand heraus, dass die Herstellung
eines Computers zehn mal mehr fossile Brennstoffe und Chemikalien
verbraucht, als er selbst auf die Wage bringt. Zum Vergleich: Die
Herstellung eines Kühlschranks oder Autos verbraucht nur ein- oder
zweimal so viel dieser Materialien wie die Geräte selbst wiegen.

Zudem klärte der Bericht auch über andere Schäden durch die Hardwareproduktion
auf, zum Beispiel das Freisetzen von gefährlichem Material durch das
Entsorgen von PCs auf Mülldeponien. Die Regierungen werden deshalb
aufgefordert, Anreize für lebensverlängernde Maßnahmen für PCs zu
schaffen und dafür, das ständige Aufrüsten auf neuere Modelle zu
verlangsamen.

IT-Spezialist Sun reagierte mit einer Aufforderung
an die Firmen, ihr Verhalten bei der Anschaffung ihrer EDV-Ausstattung
kritisch zu überdenken, umweltfreundlichere Alternativen zu prüfen und
Recycling- und Wiederverwendungsmöglichkeiten verantwortlich zu nutzen.
Richard Barrington, Chef der Abteilung eGovernment and Public Policy bei Sun,
sagte, ein Wechsel zu Thin-Client-Computern könnte bei vielen Firmen die
Lage verbessern.

“Ein Thin Client hält 7 bis 10 Jahre durch und
verbraucht einen Bruchteil der Energie, die ein PC beansprucht, der
zudem alle drei Jahre durch einen neuen ersetzt werden muss”, sagte er.

Außerdem sei das Aufrüsten von Hardware bei PCs häufig nicht möglich. “Firmen
werden durch die Art der Softwareentwicklung regelrecht mit
hineingezogen in diese Aufrüstungsmentalität”, sagte er. “Jede neue
Softwareversion beispielsweise erfordert mehr Arbeitsspeicher.”

Die EU hat bereits den durch die Computerherstellung verursachten Schaden
bestätigt. Um das Problem anzugehen, wurde die Waste Electrical and
Electronic Equipment(WEEE)-Richtlinie erstellt, die eine vernünftige
Entsorgung von Hardware fordert, sowie die Restriction of Hazardous
Substances(RoHS)-Richtlinie, die eine kontrollierte Verwendung
gefährlichen Materials bei der Produktion elektronischer Geräte anmahnt.

Das IT-Handels-Gremium Intellect forderte Anfang des Monats von der Regierung
klare Anweisungen zum Einbringen dieser Richtlinien in die
UK-Gesetzgebung.

“Damit die Industrie ihren Verpflichtungen
erfolgreich nachkommen kann, muss das DTI sicherstellen, dass die WEEE-
und die RoHS-Richtlinien sowohl kostengünstig als auch ohne viel
Bürokratie umgesetzt werden können”, kommentiert Dudley Ollis, Chef der
Environmental Services bei Intellect.

Intellect fürchtet, dass
wenn den Herstellern bei der Umsetzung der Direktiven zusätzliche
Produktions- und Recycling-Kosten entstünden, dies die Kosten von
IT-Geräten in die Höhe treiben könnte. Ollis propagierte Europa-weite
Regelungen. “Es ist entscheidend, dass die Hersteller in den
verschiedenen Ländern sich nicht in einen Konkurrenzkampf verstricken”,
sagte er.

Trotz des lauten Rufs nach Recycling werden von dem
Analysten-Unternehmen IDC wachsende Umsatzzahlen bei Hardware
vorausgesagt. Man schätzt dort das Wachstum des Absatzes von
PC-Halbleitern auf 18 Prozent in diesem Jahr.