CeBIT-Interview
Kaspersky: “Jugendliche Spaß-Hacker werden zu Kriminellen”

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Im Interview mit ‘IT im Unternehmen’ spricht Antivirenspezialist
Kaspersky über den Schutz der Nutzer vor Kriminellen, die Entwicklung
von neuen Tools gegen immer bessere Viren-Autoren und den Schutz des
Security-Unternehmens vor hysterischen Virenopfern.

CeBIT-Interview

Kaspersky Labs bietet seit kurzem Kaspersky Antivirus 5.0, das alle drei
Stunden Updates gegen neue Schädlinge aktualisiert. Firmenchef Ivgeni
Kaspersky (aus internationalen PR-Gründen in “Eugene” umgetauft)
berichtet im ‘IT im Unternehmen’-Interview, dass die schnelle Reaktion
auf neue Schädlinge immer schwieriger wird die internationalen Teams des
Unternehmens müssen sich gegenseitig jede halbe Stunde neue Daten senden
und arbeiten “auf Ebene der Techniker” direkt mit anderen
Security-Firmen zusammen, um schnellstmöglich reagieren zu können.

Einige Entwickler arbeiten derzeit an einer Methode, Passwörter für codierte
RAR-Archive aus Bildern heraus zu extrahieren. Die zur Erkennung der
neuen Bagle-Varianten wichtige Methode werde vermutlich in zwei Tagen
zur Verfügung stehen. “Für jede neue Methode müssen wir neu reagieren,
denn einen automatischen 100-Prozent-Schutz gibt es nicht”, meint der
russische Firmenpatriarch. “Es könnte zum Beispiel ein Virus in
Windows-Help-Dateien versteckt werden, die schließlich eine Scriptspache
enthalten. Aber alle möglichen anderen Dateien und Methoden sind
denkbar”.

Manchmal helfen schnelle kostenlose Vorab-Tools,
um rechtzeitig vorzubeugen. Diese, so Kaspersky, werden teils aus
Marketing-Gründen produziert, teils um frustrierte Anrufer fernzuhalten.
“Bei uns rufen sogar Nutzer anderer Antivirenprogramme an.”

Das Unternehmen produziert kostenlose Tools aber auch, um sich vor der Masse
der Anfragen zu retten “reiner Selbstschutz”, sagt der Experte.
Schließlich müsste man oft zwei Telefone gleichzeitig abheben und Fragen
beantworten.

Mehr und mehr Viren kommen aus einem international
vernetzten Untergrund, wie die Kaspersky-Techniker bei Untersuchungen
der Schädlinge festgestellt haben. “Die wollen Ihr Geld”, meint er, und
dazu würden Russen mit deutschem Code arbeiten und etwa an
brasilianische Hacker zur Verfeinerung eines Trojaner-Codes weitergeben.
“Die früheren Jugendlichen, die zur Selbstbestätigung hackten, sind von
Script-Kiddies zu kriminellen Profis geworden”, meint er.

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