EU fordert neues Kompromissangebot von Microsoft

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Die EU erhöht Druck auf Microsoft und möchte ein weiteres
Kompromissangebot im Monopolverfahren. Vor dem Europäischen Gerichtshof
hätte der Software-Konzern nämlich nur geringe Chancen.

Die Europäische Union hat ihren Druck auf Microsoft erhöht und verlangt,
dass der Konzern ein eigenes Angebot zur Beilegung des Monopolverfahrens
vorlegt. Die Untersuchung gegen das Unternehmen dauert bereits seit fünf
Jahren an und soll in diesem Frühjahr mit Strafen und Auflagen gegen
Microsoft abgeschlossen werden. Bisherige Offerten aus Redmond hatten
die Wettbewerbshüter als nicht ausreichend zurückgewiesen. Das
Unternehmen weigert sich jedoch, einen Vorschlag mit weitergehenden
Angeboten zu machen. Brüssel verlange, dass Microsoft die Art der
eigenen Hinrichtung auswähle, äußerte sich ein Anwalt des Konzerns
gegenüber dem ‘Wall Street Journal’ (Freitagsausgabe).

Im
Streit um die Geschäftspraktiken im Media Player-Bereich hatte Redmond
angeboten, einige Applikationen der Konkurrenten mit in die Installation
von Windows zu integrieren. Wettbewerbskommissar Mario Monti fordert
jedoch ein Windows ohne Microsoft-Player. Weiterhin soll das Unternehmen
Informationen zu Protokoll-Spezifikationen für das Windows-Networking
auch Firmen zur Verfügung stellen, mit denen keine Partnerschaft besteht.

Sollte es in den kommenden Wochen nicht zu einer Einigung zwischen Microsoft
und der EU kommen, will Brüssel einen Verhandlungstermin anberaumen, an
dem auch Konkurrenten teilnehmen. Wird auch in diesem Rahmen kein
Kompromiss erzielt, wollen die Wettbewerbshüter der EU den Rechtsweg
beschreiten. Industriekreise räumen Microsoft bei einer Klage wenig
Chancen ein, die Auflagen der EU-Kommission zu mindern. In einem
vergleichbaren Fall hatte der Europäische Gerichtshof bereits in den
70iger Jahren die Forderungen der Wettbewerbshüter durchgesetzt. Der
Pharmakonzern Commercial Solvents, heute ein Teil der Schering-Gruppe,
musste damals Informationen zur Herstellung von Tuberkulose-Medikamenten
an Konkurrenten übergeben.

Die Klageschrift der
EU-Kommission ist bereits vollständig als Entwurf ausgearbeitet. In den
kommenden Wochen wollen sich die Mitglieder der Wettbewerbskommission
mit Vertretern weiterer Gremien treffen und sich auf die Details
verständigen.

(
de.internet.com
– testticker.de)

Weitere Infos:

Microsoft


EU-Kommission

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