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CIO und CTO sind nicht mehr dasselbe

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Es zeichnen sich unterschiedliche Richtungen für die Aufgaben des Chief
Technology Officer (CTO) und des Chief Information Officer (CIO) ab,
behaupten führende Industrie-Bosse. Experten unterstreichen allerdings
die Wichtigkeit beider Positionen für Organisationen.

IT-Management

Während der CTO für das Technologie-Management einer Organisation
verantwortlich ist, wird die Aufgabe des Informationsmanagements
zunehmend dem CIO übertragen, sagten IT-Verantwortliche auf dem UK
Technology Partner and Investment Forum in London letzte Woche.

Ed Candy, Technologie-Chef bei mobile operator 3, meinte: ?Im Bereich
Technologie werden ganz klar zwei Aufgabenbereiche unterschieden: Sie
brauchen einen CIO, der dafür sorgt, dass der Ablauf im Unternehmen
reibungslos funktioniert und der Informationsfluss gewährleistet ist.
Der CTO dagegen sollte sich auf die Technologie-Entwicklung
konzentrieren?.

Die beiden Rollen erfordern entsprechend
unterschiedliche Erfahrung, so David Yu, CTO bei der Online-Wetten-Site
Betfair.com. ?Ich denke, sie gehen ganz unterschiedliche Wege auf der
Karriereleiter. Üblicherweise geht man davon aus, dass der CTO ein
relativ kleines Team von Mitarbeitern betreut, mit denen er direkt
zusammenarbeitet, und Experte auf einem bestimmten Gebiet wie
Datenbanken oder Netzwerke ist. Der CIO hat viel mehr die Rolle eines
Managers.

Allerdings ergänzen sich die beiden Positionen CIO und
CTO durchaus und sollten nicht miteinander konkurrieren, merkte Sinclair
Stockman, BT Group CIO, an.

Stockman führt weiter aus, dass es in
der Verantwortlichkeit des CIO stehe, die Informationsverarbeitung zu
überwachen, mit Blick sowohl auf die Gegenwart als auch die Zukunft,
während der CTO eine entsprechende Führung im Bereich Technologie
übernimmt, mit Blick sowohl auf die Gegenwart als auch auf die Zukunft.

Doch mag es Unternehmen geben, die der einen oder der anderen Rolle den
Vorrang geben. ?Ein produktzentriertes Unternehmen braucht vielleicht
keinen CTO?, sagte JP Rangaswami, Group CIO der
Investitions-Unternehmens Dresdner Kleinwort Wasserstein. ?Ein
kundenorientieres Unternehmen dagegen schon eher.?

Rangaswami
weiter: ?Nehmen wir einmal das Beispiel E-Mail-Verkehr als Bereich, wo
beides zusammenfließt. Sollte E-Mail im Verantwortungsbereich des CTO
liegen oder sollte der CIO den technischen Ablauf des Mailversands
kontrollieren? Der CIO weil er im Vorstand ist.

John O´Connell,
Chef des Prozessmanagement-Anbieters Staffware, sagte, auf der
Anbieter-Seite sei eine Verschiebung bei der Rolle der IT im Business
erkennbar. Anbieter ?bringen inzwischen die Business-Message, die hinter
der Technologie steckt, besser rüber?, während sie weiterhin natürlich
den IT-Abteilungen versichern, dass ihre Angebote in bestehende
Infrastrukturen passen